Was wir uns wünschen und wovon wir träumen
 04.02.2020, 14:58 Uhr

Was macht uns glücklich? Klingt im ersten Moment nach einer leicht zu beantwortenden Frage. In der Praxis sind sich viele Deutsche allerdings nicht einig darin, was ihnen für Glück wirklich wichtig ist. Einer Umfrage für die "Aktion Mensch" zufolge ist Gesundheit zwar das bestimmende Thema. Allerdings geht schon auf den Plätzen 2 und 3 ein heftiges Gerangel zwischen höchst unterschiedlichen Wünschen los. Die Erkenntnis: Glück und was glücklich macht sind eine Frage der Definition. Es kommt auf den persönlichen Blickwinkel, das Alter – aber auch das Geschlecht an. Männer und Frauen lassen sehr deutliche Unterschiede dahingehend erkennen, wie sie Glück und daraus resultierende Wünsche definieren. Und es sind einige überraschende Erkenntnisse dabei.

Gesundheit ist den Menschen am wichtigsten 

Geld und materielle Sicherheit sind nicht besonders viel wert, wenn es mit der Gesundheit nicht besonders weit her ist. Angesichts dieser eigentlich recht trivialen Erkenntnis ist es kein Wunder, dass Gesundheit laut der Umfrage im Auftrag der Aktion Mensch mit ganz oben auf der Liste steht. Der überwiegende Teil der Befragten würde für den Fall, die drei berühmten Wünsche frei zu haben, sich Gesundheit wünschen.

Leider bleibt die Umfrage etwas schwammig, was damit im Detail gemeint ist. Und jeder hat eine etwas andere Vorstellung. Klar, dass schwere Krebsleiden immer ein Schock sind, liegt auf der Hand. Während ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften einige Umfrageteilnehmer vielleicht schon stören, waren andere Befragte mit ihrer Figur vielleicht zufrieden. Übergewicht ist aber nur ein Punkt, über den sich die Gesundheit – auch auf lange Sicht – beeinflussen lässt.

Lebensstil von entscheidender Bedeutung

Was wir uns wünschen und wovon wir träumen

Sich lange bester Gesundheit erfreuen zu können ist keine Aufgabe für die gute Fee. Grundvoraussetzung ist ein angemessener Lebensstil. So führen:

  • zu viel Alkohol
  • Rauchen
  • eine zu hohe Kalorienzufuhr

zwangsläufig zu Effekten, welche der Gesundheit zusetzen. Alle drei „Laster“ belasten den Körper. Beispiel Rauchen: Die Medizin ist sich einig, dass ein Löwenanteil der Tumorerkrankungen in der Lunge ohne Zigarettenrauchen vermeidbar wäre.

Zusätzlich stehen weitere Erkrankungen – etwa von Mund und Rachen – mit dem „blauen Dunst“ in Verbindung. Sprich: Wer sich Gesundheit wünscht, sollte nicht darauf warten, dass dieser Traum in Erfüllung geht. Anders als beim Millionengewinn im Lotto hat diese jeder Mensch selbst in der Hand – über den eigenen Lebensstil. Und dazu muss nur der innere „Schweinehund“ endlich überwunden werden.

Finanzielle Sicherheit: Ein Grundbedürfnis 

Was braucht es noch, um glücklich zu sein? Die Finanzen sind anscheinend ebenfalls ein wichtiger Punkt. Wer gesund ist, will die Zeit nicht allein im stillen Kämmerlein oder im Büro verbringen. Reisen und der eine oder andere spontane Einkauf lassen sich nur mit dem entsprechenden Einkommen realisieren.

Laut WSI der Hans-Böckler-Stiftung liegt die Armutsgrenze für den 1-Personen-Haushalt in Deutschland bei 1.035 Euro. Je nach Familienstand und Haushaltsgröße schwankt die Grenze. Aber egal, wie hoch sie ist – niemand will sich als arm bezeichnen müssen.

Finanzielle Sicherheit liegt auf Platz 2 der Wunschliste. Dabei geht es vielen Haushalten nicht nur um die finanziellen Verhältnisse der Gegenwart. Gerade im Alter droht selbst langjährigen Beitragszahlern in die Rentenkasse eine mitunter erschreckend große Lücke. Letztlich hilft hier nur, privat vorzusorgen. Dass auch einkommensschwächere Haushalte dies stemmen können, ist allerdings Aufgabe des Gesetzgebers in Berlin.

Was wir uns wünschen und wovon wir träumen

Materielle Wünsche ohne Lottogewinn erfüllen

Reisen oder das Eigenheim und schnelle Autos sind keine Wünsche, die unter den Nägeln brennen. Dafür lassen sie sich mitunter leichter erfüllen als andere Wünsche. Ein neues Auto oder die Weltreise werden heute immer wieder mit Krediten finanziert. Heute genießen – morgen in kleinen Raten bezahlen lautet die Devise.

Achtung: Beim Thema Kreditfinanzierung muss sich jeder Haushalt vor Augen halten, dass die Kosten nur nach hinten geschoben werden, aber nicht verschwinden. Gerade, wenn viele kleine Kredite und Finanzierungen abgeschlossen werden, kann der Überblick schnell verlorengehen.

Eine weitere Option ist das sogenannte Crowdlending. Hierbei geht es darum, sich seinen Wunsch von vielen kleinen Kreditgebern finanzieren zu lassen. Bei Privatpersonen existieren jedoch einige spezielle Rahmenbedingungen:

  • Kreditnehmer müssen überzeugt werden
  • Heute gibt es spezielle Plattformen für entsprechende Privatkredite
  • Ist das Kreditgesuch überzeugend, besteht auch bei schwächerer Bonität eine Kreditchance

Darüber hinaus sollten Interessenten natürlich auch hier die Konditionen vergleichen, um am Ende nicht zu viel zu bezahlen.

Was kann der einzelne Haushalt tun, um das Ziel der finanziellen Sicherheit zu erreichen? Ein Grundsatz: Früh mit der Altersvorsorge beginnen. Allerdings gelten einige der althergebrachten Weisheiten inzwischen nur noch eingeschränkt. Dank der Mini-Zinsen auf:

  • Sparbuch
  • Tagesgeld
  • Festgeld

ist das klassische Zinssparen aktuell out. Wertpapiere wie Aktien haben in den letzten Jahren deutlich mehr Rendite abgeworfen. Einfach alles Geld an die Börsen zu schieben, ist trotzdem nicht die passende Strategie. Es muss auf jeden Fall darum gehen, nachhaltig Vermögen aufzubauen. Anlageformen wie ETFs und Sparpläne haben in den letzten Jahren eine sehr hohe Nachfrage erfahren.

Aber auch Förderungen sollten nicht komplett ausgeblendet werden. Obwohl sie nicht den besten Ruf hat, kann sich eine Riester-Rente unter bestimmten Rahmenbedingungen lohnen. Haushalten mit mehreren Kindern winken Zulagen, die sich deren Eltern für die Altersvorsorge nicht entgehen lassen sollten.

Verblüffender Fakt am Rande: Frauen legen – so zumindest die Ergebnisse der Umfrage – mehr Wert aufs Geld als Männer. Mit 63 Prozent zu 51 Prozent ist der Geschlechterunterschied signifikant.

Materielle Träume: Unsere kühnsten Wünsche 

Ein PS-starker Bolide in der Garage, das eigene Strandhaus, ein Traumurlaub oder eine Yacht im Hafen – hiervon werden viele Deutsche schon einmal geträumt haben. Solche Wünsche lassen sich nur mit einem entsprechend hohem Einkommen erfüllen. Oder es klappt vielleicht wirklich mal mit dem Lottogewinn.

Dieser sorgt für finanzielle Freiheiten, die viele andere Haushalte nicht haben. Kühne Träume wahr werden lassen, macht auf Dauer nicht glücklich, schenkt aber für den Moment Freude. Sicher eine Erkenntnis, die dazu führt, dass materielle Wünsche eher weiter hinten zu finden sind.

Fazit: Wünsche haben und Träume erfüllen

Es wird in Deutschland nur sehr wenige Menschen geben, die sich selbst als wunschlos glücklich ansehen. Viel zu oft wird hier auf materielle Aspekte geschaut. Einen Traum haben kann auch bedeuten, dass es um Gesundheit geht. Wie wichtig diese ist, merken viele Deutsche erst, wenn sie sie nicht mehr haben – und erkrankt sind. 

Es wird zwar mit fortschreitendem Alter schwieriger, etwas für die Gesundheit zu tun. Unmöglich ist es aber nicht. Gerade Laster wie die Zigarette nach Feierabend oder zwei bis drei Pils auf der Couch lassen sich sofort ändern. Gesundheit ist eine Summe aller Entscheidungen zum Lebensstil. Die Yacht im Hafen hat es da sehr viel schwerer. Gerade kleine Wünsche lassen sich im Alltag aber auch ohne einen riesigen Lotto-Jackpot erfüllen.

Was wir uns wünschen und wovon wir träumen

Was gehört zu Glück im Leben? Gesundheit ist ein Aspekt, Geld gehört aber auch dazu. Für mehr als die Hälfte der Deutschen wird Glück auch über die Partnerschaft definiert. Liebesglück ist mit 61 Prozent aber nicht etwa den Frauen besonders wichtig. Es sind eher Männer, die Wert auf eine Partnerschaft legen, in der die Liebe auch nach Jahren noch zu Hause ist.

Frauen scheinen in diesem Punkt weniger anspruchsvoll zu sein. Während 45 Prozent der Frauen ihre Partnerschaft als wichtigen Faktor zum Glücklichsein ansehen, ist der Anteil jener Frauen, die aufs Geld schauen, deutlich größer.

Wie erfüllen sich Männer und Frauen ihren Anspruch ans Liebesglück? Hier geht es sehr individuell zu. Ehrlichkeit ist ganz sicher ein Schlüssel. Aber auch die gegenseitige Achtung spielt eine wichtige Rolle. Wer die Partnerschaft irgendwann nur noch als „Selbstbedienungsladen“ betrachtet, riskiert das Liebesglück. Aufmerksamkeit und sich mit dem Partner auf Augenhöhe zu bewegen haben wesentlich mehr Erfolg.

Tipp: Eine glückliche Partnerschaft bedeutet manchmal Arbeit. Gerade, wenn Kinder zu versorgen sind, sitzt die Partnerschaft schnell auf der Auswechselbank. Eltern müssen sich füreinander bewusst Zeit nehmen. Andernfalls kann es passieren, dass sich Partner aus den Augen verlieren.

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