13. April
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Auch nach Preisverleihung:

Auch nach Preisverleihung: „Echo“-Zoff zwischen Campino und Kollegah geht in nächste Runde!

Wenn es nach der Anzahl der Auszeichnungen ging, war der „Echo 2018“ in Berlin eindeutig Ed Sheerans großer Abend. Die Kategorien „Album des Jahres“, „Hit des Jahres“ und „Künstler international“ konnte der gebürtige Brite für sich entscheiden. Doch eigentlich diente der diesjährige „Echo“ viel mehr als politische Meinungsplattform zwischen Musikern. Ausgelöst wurde die öffentliche Debatte durch die „Bild“. Diese hatte vor der Veranstaltung über den Song „0815“ auf der Bonus-EP des nominierten Albums „Jung Brutal Gutaussehend 3“ der Rapper Farid Bang und Kollegah berichtet. Dieser enthält eine mögliche antisemitische Textzeile („Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“). Der „Echo“-Beirat prüfte den Song und ließ die Nominierung der beiden Rapper in den Kategorien „Hip-Hop/Urban National“ und „Album des Jahres“ zu. Bei der Preisverleihung ließ es sich Campino, Frontmann der Band „Die Toten Hosen“, nicht nehmen eine vorformulierte Rede zu der umstrittenen Nominierung der beiden Künstler zu halten. Eine Antwort von Farid Bang und Kollegah blieb nicht aus. 

„Rock national“-Gewinner Campino möchte zum Nachdenken anregen 

„Aber es geht doch nicht nur um einen Gangsterrap-Song. Davon gibt’s doch Hunderte! Es geht doch vielmehr um einen Geist, der zurzeit überall präsent ist. Nicht nur in der Musik, sondern auch in den sozialen Medien, im täglichen Fernseh-Trash und in der Politik“, kritisiert Campino in seiner Dankesrede, in der er die Beteiligung an solchen Debatten fordert. Der 55-jährige Sänger unterscheidet, so erklärt er in der Rede, zwischen zwei Arten von Provokation. Eine, die konstruktiv ist, Dinge bewegen und zum Nachdenken anregen kann und einer anderen, die nur dazu da ist, um „zu zerstören und andere auszugrenzen“. Die Grenze sei für ihn überschritten, wenn es um „frauenverachtende, homophobe, rechtsextreme, antisemitische Beleidigungen geht und auch um die Diskriminierung jeder anderen Religionsform“. Für seine Rede erhält Campino vom „Echo“-Publikum Zuspruch. Von Farid Bang und Kollegah weniger überraschend keinen. Rapper Kollegah legte während der Rede des Punksängers sogar zeitweise den Kopf auf den Tisch. 

Kollegah und sein Album-Kollege gewinnen den Echo „Hip-Hop/Urban National“ trotz Kritik 

Als Farid Bang und „Kolle“ den Musikpreis in der Kategorie „Hip-Hop/Urban national“ entgegennehmen, lässt es sich Kollegah nicht nehmen, deutliche Worte an Campino zu richten. Laut des Rappers hätte sich Campino als „moralische Instanz“ aufgespielt und das Duo an den Pranger gestellt. Neben seiner kurzen Rede brachte Kollegah seine Kritik auf besondere Weise zu Papier. Innerhalb von zehn Minuten malte der Rapper, der bürgerlich auf den fast schon brav anmutenden Namen Felix Blume hört, ein Porträt seines Rivalen – inklusive eines Heiligenscheins. Das Bild mit dem Namen „Der Moralapostel“ wolle Kollegah für den guten Zweck versteigern, um zu zeigen, dass „Rapper durchaus Künstler sind“, wie er auf der Bühne erklärte. Während das „Echo“-Publikum weitestgehend Buhrufe als Reaktion wählte, spalteten sich im Netz die Meinungen. Und auch hier legte Kollegah nach. In seinen Insta-Storys nannte er Campino auf Grund seiner zitternden Hände während der Rede „Zitteraal“. Wer und ob überhaupt jemand in dieser „Echo“-Nacht gewonnen hat, das muss wohl jeder für sich entscheiden. 

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