StartLifestyle & TrendsDrake-Chicken, Popeyes & Krispy Kebab: Warum beim Hähnchen gerade ein Kampf um...

Drake-Chicken, Popeyes & Krispy Kebab: Warum beim Hähnchen gerade ein Kampf um Deutschland tobt

Im Frühjahr 2026 warb KFC mit einem Prinzen-Cover für einen Döner, Popeyes eröffnete am Düsseldorfer Flughafen, und für die Hähnchenkette mit Drake als Investor hält eine britische Gastrogruppe seit Herbst 2025 die Europarechte. Das sieht nach einem Kampf ums Hähnchen aus. Wie viel davon ein Gast heute schmeckt, ist eine andere Frage.

Ein Flughafen, ein Vertrag, ein Ziel: Was von der Chicken-Welle 2026 wirklich in Deutschland steht

Maßstab bleibt KFC. Wer KFC Gutscheine einlösen will, hat nach Unternehmensangaben mehr als 200 Filialen, betrieben von Franchisepartnern wie AmRest und, seit März 2026, Collins Foods. Bis Ende 2027 soll das Netz weiter wachsen. Ein regulärer Innenstadtladen fehlt jedem US-Herausforderer.

Am Düsseldorfer Flughafen eröffnete Popeyes im Mai 2026 den ersten öffentlich zugänglichen Standort in Deutschland. Zuvor war die Marke nur auf US-Militärbasen vertreten.

Lagardère Travel Retail, das die Gastronomiekonzession gewann, holte die Kette ins Terminal. Speisekarte, Preise und Öffnungszeiten des Standorts sind nicht dokumentiert. Im Juni folgte im Flugsteig C Slim Chickens.

Unterschrieben ist der Vertrag für Dave’s Hot Chicken. Die britische Azzurri Group will mindestens 180 Restaurants in mehreren europäischen Ländern entwickeln, Deutschland eingeschlossen. Stadt, Partner oder Termin für den deutschen Markt hat bisher niemand genannt.

Wingstop wirbt seit der Franchise Expo 2021 um einen deutschen Partner, bislang vergeblich. Koreanisches Hähnchen ist dagegen angekommen: bb.q Chicken betreibt über einen Master-Franchisenehmer aus Oberursel Filialen in Frankfurt, Sulzbach, Düsseldorf, Mannheim, Hannover, Leipzig und Berlin-Kreuzberg. Konkurrent Bonchon sucht seit 2024 ebenfalls einen Partner für Deutschland.

Was die Hähnchen-Welle 2026 auslöst und wie KFC mit dem Krispy Kebab kontert

Im Juni 2025 übernahm der Finanzinvestor Roark Capital Dave’s Hot Chicken, im September folgte der Europa-Deal mit Azzurri. Prominente Geldgeber wie Drake, Samuel L. Jackson und Michael Strahan geben der Kette ein Gesicht. Drake, auf den das Etikett „Drake-Chicken“ zurückgeht, ist Minderheitsinvestor; die Kontrolle liegt beim neuen Eigentümer.

Doppelt frittiertes, mit Sauce glasiertes Hähnchen reist im Gepäck von K-Pop und K-Dramen. Das koreanische Landwirtschaftsministerium führt es als im Ausland beliebtestes und meistgegessenes koreanisches Gericht. KFC reagierte darauf 2025 mit einem limitierten Menü zur Serie „Squid Game“.

Am 21. April 2026 startete KFC den Krispy Kebab: Crispy-Chicken-Filets statt Drehspießfleisch im getoasteten Brot, dazu Salat, Tomaten, Zwiebeln und Saucen. Mild heißt Original Filets, scharf Zinger Filets, beides nur für begrenzte Zeit.

Marketingchef Philipp Wachholz nannte den Döner einen festen Bestandteil des Landes, den neu zu erfinden unglaubwürdig wäre: „Wir haben uns inspirieren lassen und machen daraus unsere eigene Version.“ Der Song dazu, „Alles nur geklaut“ von den Prinzen, fiel auf den Absender zurück.

Eine Bielefelder Dönerkette mit 17 Standorten hatte den Namen markenrechtlich schützen lassen, was KFC nach eigenen Angaben nicht wusste. Ende April erklärte der Konzern, ohne Einigung werde man das Produkt „schweren Herzens aus dem Programm nehmen“.

Vermittelt hat Schauspieler Kida Khodr Ramadan, der beide Seiten per Instagram nach Berlin einlud. Die Einigung: KFC darf den Namen weiter verwenden, und in den Bielefelder KFC-Filialen gibt es zum Döner einen Gutschein für einen Kebab bei der Dönerkette, 500 Stück, die KFC dort einkauft, wie die Firmen mitteilten.

Ein beteiligter Anwalt sprach von einem „Gesamtpaket“, dessen weiterer Inhalt nicht bekannt ist.

Warum Gäste den Hähnchen-Kampf vorerst vor allem bei KFC bemerken

Wer die Neuen probieren will, muss reisen. Popeyes steht nur am Düsseldorfer Flughafen, und wer nicht ohnehin dorthin fährt, hat davon nichts. In Europa gibt es Dave’s Hot Chicken nur in Großbritannien, Wingstop in Deutschland gar nicht.

Dave’s serviert scharf gewürzte Hähnchenstreifen nach Nashville-Art und kleine Burger, sogenannte Sliders, mit wählbarem Schärfegrad. Popeyes kocht im Cajun- und Kreol-Stil und ist für sein Chicken Sandwich bekannt. Koreanische Ketten frittieren doppelt und glasieren, KFC setzt auf seine Gewürzpanade.

Diese Panade steckt auch im Krispy Kebab, und so bemerken Gäste den Wettbewerb dort, wo sie schon bestellen: bundesweit und als Aktionsprodukt. Preisdaten, die einen Preiskampf belegen, gibt es nicht.

In der Fachpresse kursiert ein unbestätigter Bericht, Azzurri wolle die Europarechte an Dave’s weiterreichen; träfe das zu, begänne die Partnersuche für Deutschland von vorn. Zum Jahreswechsel steigt zudem der Mindestlohn, was jeden trifft, der vor Ort frittiert.

Ausgetragen wird der Wettbewerb 2026 vor allem beim Platzhirsch. KFC erweitert sein Netz, bevor die Konkurrenz Mietverträge hat, bringt den Döner, bevor Dave’s eine Adresse nennt, und legt einen Markenstreit mit Gutscheinen bei.

Ob der Konzern damit reagiert oder längst Geplantes umsetzt, bleibt offen. Für Gäste wächst die Auswahl zuerst in der KFC-Filiale und erst später in der Stadt.

Hinweis: Unser Redakteur wurde bei diesem Beitrag durch KI unterstützt.

Must Read